Lebensrecht. Für alle?

23. Januar 2015


Ein lesenswertes Zeit-Dossier zu Down-Syndrom und Pränataldiagnostik

In der Online-Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit erschien gestern ein sehr interessantes multimediales Dossier zu Down-Syndrom und Pränataldiagnostik, das sehr konkret und nachvollziehbar die Problematik neuer Testverfahren illustriert.

An Beispielen wird die Komplexität der Entscheidungssituation verdeutlicht, die durch das Testen des Menschen im Mutterleib auf Trisomie 21 entsteht. Zwei unterschiedliche Ausgänge werden gezeigt: in einem Fall die Abtreibung, im andern Fall das Ignorieren des Testergebnisses. Im ersten Fall leben die Eltern mit Selbstvorwürfen („Wir haben ihn getötet. Luca, nicht das Down-Kind, sondern unseren Sohn.“), im zweiten Fall mit dummen Bemerkungen („Manchmal werde ich gefragt, ob ich noch ein ‚richtiges‘ Kind wolle.“).

Zudem erfährt man allerhand wissenswertes über die Testverfahren, aber auch über das Down-Syndrom, beispielsweise, dass sich die Lebenserwartung von Menschen mit Trisomie 21 in den letzten rund 50 Jahren etwa verfünffacht hat. Und wenn man unterstellt, dass es nicht darum geht, das Leben mit Jahren, sondern die Jahre mit Leben zu füllen, dann ist der lebensfrohe Benjamin aus Fallbeispiel 2 wohl ein Vorbild für uns alle, die wir mit oder ohne Down-Syndrom leben.

(Josef Bordat)

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