In Zeiten, in denen die Frage nach dem Menschen in unterschiedlichen Zusammenhängen wieder stärker ins Bewusstsein rückt, kommen einführende und grundlegende Bücher zum christlichen Menschenbild gerade recht. Ich möchte an dieser Stelle drei 2006 erschienene Bücher vorstellen:

1. Wolfgang Schoberth: Einführung in die theologische Anthropologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006. Broschiert, 166 Seiten, EUR 14,90, ISBN-13: 978-3534151691.

2. Erwin Dirscherl: Grundriss Theologischer Anthropologie. Die Entschiedenheit des Menschen angesichts des Anderen. Pustet, Regensburg 2006. Gebunden, 288 Seiten, EUR 26,90, ISBN-13: 978-3791719771.

3. Eckart Reinmuth: Anthropologie im Neuen Testament. A. Francke, Tübingen/Basel 2006. Broschiert, 338 Seiten, EUR 24,90, ISBN-13: 978-3825227685.

Während in Schoberths schmalem Einführungswerk erstmals alle Aspekte der theologischen Anthropologie anhand bedeutender Denker, aber auch zentraler Themen wie Tod, Person, Sünde und Seele, abgehandelt werden und dabei die didaktische Struktur und die praktischen Beispiele dem Band Lehrbuchcharakter verleihen, sind die beiden anderen Werke umfänglicher und spezieller.

Dirscherl stellt in seiner Anthropologie die Wahrnehmung jener Verbindungen im Leben des Menschen in den Mittelpunkt, in denen sich seine grundlegende Bezogenheit manifestiert. Diese Bezogenheit, so seine These, kann nicht vom Menschen konstituiert werden. Sie verweist auf einen transzendenten Ursprung, der uns Zeit und Raum zuspricht und ein Leben eröffnet, in dem wir angesichts des Anderen zur entschiedenen Verantwortung erwählt und berufen sind.

Reinmuth konzentriert sich ganz auf das Neue Testament, also die Herrenworte und die apostolischen Briefe. In einer klar verständlichen Sprache zeigt er, wie neutestamentliche Perspektiven in die aktuelle Wirklichkeit der Menschen einzubringen sind. Menschsein wird insbesondere im Zuge der vielfältigenDeutungen der Geschichte Jesu Christi thematisiert.

Die Bücher schaffen Orientierung und kommen auf die Frage Was ist der Mensch? zu theologisch begründeten Antworten, die auch nicht-religiöse Menschen einsehen können, wenn sie sich überhaupt auf eine biblische Argumentation einlassen möchten. Zumindest aber können die Texte zum besseren Verständnis der christlichen Sicht beitragen. Und damit wäre schon viel erreicht.

(Josef Bordat)