Er ist bereit!

20. April 2009


Nun ist es amtlich: Wir haben einen neuen Weihbischof! Dr. Matthias Heinrich ist gestern zum neuen Weihbischof des Erzbistums Berlin ernannt worden. In der überfüllten Hedwigs-Kathedrale legten neben dem Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, auch die konzelebrierenden Eminenzen Heinrich die Hände auf, unter anderen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, der Erfurter Bischof Joachim Wanke, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle sowie der Stettiner Alt-Erzbischof Marian Przykucki.

Die zweistündige Feier unter Mitwirkung des St. Hedwigs-Chors unter der Leitung von Domkapellmeister Harald Schmitt bot einen würdigen Rahmen für dieses historische Ereignis; es ist die erste Bischofsweihe in Berlin seit 20 Jahren, d. h. die erste und bisher einzige in der wiedervereinigten Stadt. Diese sei, so Kardinal Sterzinsky in seiner Predigt, nicht – wie so oft zitiert – die „Hauptstadt des Atheismus“, sondern eine Stadt, in der es Atheisten gebe, aber auch Christen. Er betonte, dass er und Heinrich künftig gemeinsam in der Stadt Berlin für die Wirklichkeit Gottes Zeugnis ablegen wollen. Weil er sich nicht beworben, sondern „nur“ bereit gehalten habe für dieses Amt, und weil er dazu erwählt wurde, brauche er, Heinrich, auch kein Programm, um die Menschen von seiner Qualifikation zu überzeugen. Statt dessen müsse er seine Bereitschaft unter den Segen Gottes stellen, um den bischöflichen Dienst im christlichen Glauben und in der Treue zur Kirche zu erfüllen.

Ein kleines Programm hat er doch, der neue Weihbischof. Es zeigt sich in seinem Wahlspruch „Illum oportet crescere“, zu deutsch „Er muss wachsen.“ (Joh 3, 30). Darauf sind an dieser Stelle die Worte Johannes des Täufers überliefert, der anfügt: „Ich aber muss kleiner werden.“ Wer Heinrich an diesem Abend sieht, stellt fest, dass der Spruch gut gewählt ist: Bescheidenheit gepaart mit der Entschlossenheit, dem Wachstum Christi auch unter den schwierigen Bedingungen der Diaspora zu dienen, das spricht aus den Augen und aus den Worten des neuen Weihbischofs. Ganz konkret hat er sich vorgenommen, die Medienarbeit des Bistums voranzubringen und in den Gemeinden zwischen Rügen und der Mark Brandenburg um Verständnis für und Mitwirkung an den Sanierungsvorhaben der Erzdiözese zu werben. Kein leichtes Unterfangen, doch Heinrich sagt mit fester Stimme: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“

(Josef Bordat)