Semana Profana

26. März 2015


Auch in der Berliner Diaspora bereitet man sich auf die Kar- und Ostertage vor. Also: auf das Hasenfest. Mit allem, was dazu gehört: Partys und Geschenke.

Eine Eckkneipe in Schöneberg lädt für den Abend des Gründonnerstag zur Party ein. Beginn: 19 Uhr. Eine Party? Am Gründonnerstag? Ja, warum eigentlich nicht? Ist nicht das Letzte Abendmahl, dessen wir in der Liturgie des Gründonnerstag gedenken, die wichtigste Party mit dem schönsten Geschenk des Gastgebers? Ist nicht jede Eucharistiefeier, die dort ihren Ursprung hat, eine Party? Wenn es je einen Grund gegeben hat, ausgelassen zu feiern, dann doch wohl den, dass sich Jesus Christus, der Sohn Gottes, für die Menschheit hingibt, in Brot und Wein.

Ostern, so verrät es eine verkaufsfördernde Veranstaltung eines Warenhauses in Charlottenburg, sei das Fest der „kleinen Geschenke“. Offenbar im Gegensatz zum Fest der „großen Geschenke“: Weihnachten. Mit diesem Hinweis möchte man offenkundig den Absatz von Waren steigern, die als „kleine Geschenke“ durchgehen: Uhren und Schmuck unter 100 Euro, Haushaltsgeräte in ähnlicher Preislage, Accessoires von geringem Wert. Theologisch ist das wohl eine Fehleinschätzung. Ostern ist im Christentum eine Hauptsache. Gott macht uns ein großes Geschenk: die Auferstehung. Diese ist nicht ohne die vorherige Menschwerdung möglich, ohne Geburt und Tod. Von daher ist auch Weihnachten eine Hauptsache und Teil des großen Geschenkes Gottes an die Menschheit: Jesus Christus.

Etwas näher an der christlichen Glaubenswahrheit liegt unterdessen ein Steglitzer Laden für Mobiltelefone, der die neue Version eines Smartphones mit den Worten anpreist: „Zu Ostern nur das Beste!“ – Ja! Und: Amen.

(Josef Bordat)

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