Bisher war ja die Kirche Schuld am Hunger in der Welt. Also: Der Papst. Und sein Vatikan. Immerhin gibt dieser jährlich rund 300 Millionen Euro, die er zuvor den Gläubigen abgepresst hat, für Modellschuhe aus – Geld, das so dringend gebraucht würde, um Hunger, Armut, Krieg und Vertreibung ein für alle mal zu beenden.

Seit gestern, null Uhr, wissen wir: Es ist gar nicht die Kirche! Es ist der europäische Vereinsfußball! Der hat in diesem Sommer nämlich mehr als drei Milliarden Euro ausgegeben, für „neue“ Spieler. Davon könnte der Vatikan zehn Jahre lang leben. Oder hundert Limburger Diözesanzentren gebaut werden. Oder die Mehrkosten für den Berliner Flughafen gedeckt werden. Zumindest teilweise. Oder – Sie ahnen es schon: Hunger in der Welt und so weiter.

Hinweis: Das ist eine satirische Zuspitzung. In Wirklichkeit ist weder die Kirche noch Manchester City Schuld am Hunger in der Welt. Oder Klaus Wowereit. Armut ist ein komplexes Phänomen, das nur durch eine Verzahnung politischer, wirtschaftlicher, sozialer, edukativer und kultureller Maßnahmen reduziert werden kann. Oder vom Papst. Aber der will ja nicht.

(Josef Bordat)

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