Trauer und Hoffnung

20. Dezember 2017


Gestern Abend fand auf dem Berliner Breitscheidplatz die Gedenkveranstaltung für die zwölf Toten des Terroranschlags vom 19. Dezember 2016 gedacht. Einige Impressionen vom Gedenken finden Sie in Bordats Blog auf der Tagespost-Website.

In ihren Ansprachen spannten der katholische Erzbischof Dr. Heiner Koch und der evangelische Landesbischof Dr. Markus Dröge den Bogen von der Trauer zur Hoffnung von Weihnachten.

Erzbischof Koch: „Vor einem Jahr starben hier in Berlin 12 Menschen, weil ein Mensch sagte: Für euch ist hier kein Platz. Vor gut 2000 Jahren wurde in Bethlehem ein Mensch geboren, für den es in den Herbergen keinen Platz gab und der 33 Jahre später sterben musste, weil in seiner Gesellschaft kein Platz für Ihn war: Jesus Christus.“ Und weiter: „In dieser Stunde geben wir Gott Raum, für den damals in Bethlehem kein Raum war, und für den auch heute in Berlin oft kein Raum gegeben zu sein scheint. In dieser Stunde geben wir Gott Raum, der uns Raum gibt, unseren Ängsten und Sehnsüchten, unserem Leid und den Opfern des furchtbaren Anschlags vom Breitscheidplatz, Gottes Lebensraum in einer Krippe, die auch hier in Berlin ein Jahr nach dem Terroranschlag mitten unter uns steht. Im Schweigen begeben wir uns mit den Menschen, mit denen wir in dieser Stunde im Herzen verbunden sind, in den Raum Gottes, der uns und unserem Leben gute Herberge ist.“

Landesbischof Dröge: „Miteinander suchen wir heute Trost. Wir suchen nach Worten und Bildern, die helfen, die Härte des eigenen Schicksals zu tragen. In einer Zeit politisch tiefster Dunkelheit hat ein Mann aus dem Volk Israel mit Namen Jesaja seinen Mitmenschen folgende Worte zugesprochen, die seither vielen Trauernden Trost gegeben haben: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell. Wie eine schützende Kuppel spannt der Prophet diese Worte über die Finsternisse seiner Zeit. Das, was Menschen erleben, Tod, Geschrei, Schmerz, soll nicht ewig bleiben: Über Tränen, Gewalt, Angst und Trauer soll es hell werden: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“

Auch in Zeiten großer Unsicherheit ist also eines gewiss: Es wird Weihnachten.

(Josef Bordat)

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